Sonntag
, 17. Mai 2015
11 Uhr

 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Carl Maria
von Weber

als Komponist und Dichter

"Dur und Moll
nur einen halben Ton auseinander"

Eine musikalisch-literarische Matinee

(in Zusammenarbeit mit den Gräfelfinger Gelegenheitsschreibern GRÄGS)

 

Pressebericht
 

 


Carl Maria von Weber (1786-1826) ist vor allem als Komponist des „Freischütz“ bekannt. Das war das gefeierte Modell für eine nationale deutsche Oper. Neben weiteren Opern hat er Sinfonien, Konzerte, Kammermusik und Vokalmusik geschrieben. Und er war Schriftsteller und Musikkritiker.

Gerold Huber (Gräfelfing) sorgte bei der Weber-Matinee mit Kollegen für die Musik („Aufforderung zum Tanz“, Trio für Klavier, Flöte und Violoncello, ausgewählte Lieder), Thomas Rosenlöcher (Dresden) las seine Erzählung „Der Hosterwitzer Affenstein“, Gerhard Salz aus Webers Romanfragment „Der Kapellmeister“.

Dass Weber einen Affen namens Schnuff als Haustier besaß, gehört zu den Kuriosa seines aufregenden Lebens.

Gerold Huber (Klavier)
Andrea Oswald (Sopran)
Olivier Tardy (Querflïöte)
Franz Lichtenstern (Violoncello)
Thomas Rosenlöcher und
Gerhard Salz (Lesungen) 



Ölgemälde von Caroline Bardua, 1821

Carl Maria von Weber
(1786-1826)



© 2013 Marion Koell / Avi-Service for music
Gerold Huber 
(
Klavier)

Der international renommierte Pianist und zweimalige „Echo- Preisträger“ (2002 und 2004) Gerold Huber ist insbesondere kongenialer Liedbegleiter großer Sänger.

Der gebürtige Straubinger studierte als Stipendiat an der Hochschule für Musik in München Klavier bei Friedemann Berger und besuchte die Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin.

1998 erhielt er gemeinsam mit dem Bariton Christian Gerhaher, mit dem er bereits seit Schülertagen ein festes Lied-Duo bildet, den Prix International Pro Musicis in Paris/New York. Er ist regelmäßig zu Gast bei Festivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, dem Schleswig Holstein Musik Festival, in Vilabertran (Spanien), bei den Schwetzinger Festspielen und dem Rheingau Musik Festival oder den wichtigsten Konzertsälen wie der Kölner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt, dem Wiener Konzerthaus, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, der Londoner Wigmore Hall, der New Yorker Frick Collection, dem Salzburger Festspielhaus oder den Konzerthäusern in Essen, Dortmund oder Baden-Baden.

Gerold Huber ist ein besonders gefragter Begleiter der jüngeren Generation und arbeitet mit einer Vielzahl international renommierter Sänger zusammen, darunter Mojca Erdmann, Christiane Karg, Christina Landshamer, Ruth Ziesak, Maximilian Schmitt, Rolando Villazón, und Franz-Josef Selig. Zudem ist er der Pianist der 2002 gegründeten „Liedertafel“ bestehend aus Markus Schäfer, Christian Elsner, Michael Volle und Franz-Josef Selig. Als Kammermusikpartner konzertierte Gerold Huber u.a. mit dem Artemis-Quartett, zudem arbeitet er regelmäßig mit dem Henschel-Quartett oder mit Reinhold Friedrich. Seit 2013 hat Gerold Huber eine Professur für Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg inne.
(Quelle: KünstlerSekretariat am Gasteig)

Gerold Huber wohnt in Gräfelfing. In der Literarischen Gesellschaft hat er 2013 mit Ruth Ziesak einen Abend mit dem Thema "Arkadien" gestaltet und 2012 Susanne Brantl und Anatol Regnier bei Kästner-Liedern.begleitet. Einen Kurzauftritt gab es im April beim GRÄGS-Jubiläum mit dem Triangel-Lied von Georg Kreisler.

SZ vom 26.3.15  Landpartie Von Oliver Hochkeppel - (Auszug)
Statt immer nur wegen der Natur raus ins Grüne zu fahren, fahren Sie doch einmal wegen der Kultur hin, rät unser Autor - Beispiele für lohnenswerte Ziele gibt es da genug Unlängst schrieb der geschätzte Kollege Egbert Tholl an dieser Stelle, dass er stets glücklich ist, wenn Gerold Huber Klavier spielt. Und dass er deshalb nach Gräfelfing müsse, weil Huber da bei einem eigenen kleinen Festival auftrete. Er ergänzte, dass er nicht genau wisse, wo dieses Gräfelfing liege, es aber wohl nicht so schwer zu finden sei, weil sogar eine S-Bahn hinfahre, wenn sie denn fahre. ...

 



© Nadine Apfel
Andrea Oswald 
(Sopran)

Andrea Oswald wurde in Straubing / Niederbayern geboren. Die Stipendiatin des Bayerischen Musikrates studierte am Konservatorium Wien bei KS Gabriele Sima. Meisterklassen u.a. bei Bernarda Fink, Ioan Holender und Claudia Visca rundeten die Ausbildung der Sängerin ab.

Konzerte als Sopranistin im Arnold Schönberg-Chor und der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor brachten Tourneen nach Italien, Japan und in die Schweiz mit sich.

Besonderes Augenmerk legt die junge Künstlerin auf Liederabende, zusammen mit den etablierten Pianisten Volker Nemmer und Gerold Huber.

Ihr Operndebüt konnte Andrea Oswald 2008 als Eco in „Il Narciso“ von Francesco Pistocci geben, Kai Wessel dirigierte. Zu Weihnachten 2009 sang sie die Sopranpartie in „Oratorio de Noel“ von Camille Saint-Saens im Stephansdom unter der Leitung von Guido Mancusi.

2010 wurde Andrea Oswald mit dem Kulturförderpreis der Stadt Straubing und einem Leistungsstipendium des Konservatoriums der Stadt Wien ausgezeichnet.

In einer Produktion von Puccini`s „Il Trittico“ im Wiener Theater Akzent 2011 sang sie die Partien der Sour Genovieffa in „Sour Angelica“ und die der Nella in „Gianni Schicchi“.

Im März 2012 gewann die Sopranistin den ersten Preis beim Gesangswettbewerb der Otto Edelmann-Society in Wien als Adele (aus „Die Fledermaus“ von J. Strauss). Im selben Jahr schloss Andrea Oswald ihr Studium mit dem Master of Arts ab.

In der vergangenen Spielzeit verkörperte die Sängerin die Pamina in der „Zauberflöte“ an der Kammeroper Hamburg; im Jahr 2014 war Andrea Oswald u.a. als Adele in der „Fledermaus“ zu hören.

 



© Juerg Isler
Olivier Tardy 
(Querflöte)

Olivier Tardy, geb. 1973 in Clermond-Ferrand, ist Soloflötist an der Bayerischen Staatsoper. Außerdem ist er ein international gefragter Dirigent und vielseitiger Künstler. Er arbeitet regelmäßig mit verschiedenen Orchestern, darunter die Stuttgarter Philharmoniker, das Münchner  Rundfunkorchester, das Orchestre Philharmonique de Nice und die Münchner Symphoniker,  die ihn auch in der Saison 2014/15 erneut engagiert haben. Darüber hinaus hat er das Prague Philharmonia, die Württembergische Philharmonie Reutlingen, das Presidential Symphony Orchestra in Ankara und das Orchestre Lamoureux geleitet.


©
Astrid Prangel
Franz Lichtenstern 
(Violoncello)

Franz Lichtenstern ist Cellist am Staatstheater am Gärtnerplatz und vielseitiger Kammermusiker. Er wurde 1972 in Landsberg am Lech geboren und studierte Violoncello an den Musikhochschulen in Lübeck und München bei Klaus Stoppel und Reiner Ginzel. Weiterhin prägten ihn die Meisterkurse bei Wolfgang Boettcher, Siegfried Palm und Martin Ostertag und insbesondere das Kammermusikstudium bei Walter Levin, dem Primarius des Lasalle-Quartetts.
1996 erhielt Franz Lichtenstern den Kulturförderpreis der Stadt Landsberg am Lech. Neben seiner Tätigkeit im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, dem er seit 1997 angehört, gibt er Solo- und Kammerkonzerte, vor allem im Münchner Raum, aber auch in Frankreich, Brasilien und auf der MS Deutschland. Im Jahr 2008 rief er mit dem „Vuillaume-Cello-Ensemble“ die Arnstädter Cellotage in Thüringen ins Leben. Seit 2009 veranstaltet er mit der „Kammermusik im Bibliothekssaal“ eine Kammermusikreihe in seiner Heimatstadt Landsberg am Lech. Franz Lichtenstern spielt ein Violoncello von Jean-Baptiste Vuillaume aus dem Jahr 1859.

(Quelle. Homepage)

 


  Foto Tobias Weißig CC BY-SA 3.0
Thomas Rosenlöcher
(Lesungen)

Thomas Rosenlöcher, geb. 1947 in Dresden, ist  Lyriker, Schriftsteller und Tagebuchschreiber. Er hat seit 1982 viele Gedichtbände, Erzählungen, Essays und Reportagen (u.a. bei Suhrkamp) veröffentlicht.

E
r ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste Berlin und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Thomas Rosenlöcher ist seit Februar 2015 Stadtschreiber der brandenburgischen Kleinstadt Rheinsberg, der Kurt Tucholsky 1912 mit seiner Erzählung „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ zeitlosen literarischen Ruhm verschafft hat.

 

Rosenlöcher nennt sich selbst einen Idylliker, der der Welt widersprechen will.*

 Wikipedia - Heinat - aber wo liegst du ? (ZEIT online)

 


Foto buchlentner.de
Gerhard Salz
(Lesungen)

Gerhard Salz ist Sprecher und Rezitator und bekannt durch zahlreiche Lesungen - Hans Christian Andersen, Oscar Wilde, Robert Walser, Robert Menasse, Erich Kästner und Kurt Tucholsky u.a. - in Bibliotheken, Schulen, Buchhandlungen und Kulturzentren in mehreren Deutschen Städten. Für den Blindenbund hat er viele Hörbücher aufgenommen,darunter Michail Gorbatschows "Über mein Land", Orhan Pamuks "Die weiße Festung“, Mascha Kalékos "Das lyrische Stenogrammheft" sowie Per Olov Enquists "Der Besuch des Leibarztes".

Gerhard Salz ist u.a
. Mitglied der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft, IHHG, Calw.

Pressestimmen

Quelle: Homepage


Carl Maria Friedrich Ernst von Weber
wurde am 18.oder 19. November 1789 in der ostholsteinischen Kleistadt Eutin  geboren. Er war Komponist, Dirigent, einer der brillantesten Pianisten seiner Zeit, der vor allem auch durch seine Improvisationen am Klavier Berühmtheit erlangt hatte, sowie Kapellmeister u.a. in Breslau, Stuttgart, Mannheim, München, Leipzig, Berlin, Gotha, Weimar, Prag und in Dresden und gilt als Schöpfer der romantischen Deutschen Nationaloper. Dass Carl Maria von Weber auch ein bedeutender Schriftsteller war, ist weniger bekannt. Seine musikalischen und dramaturgischen Artikel fanden damals beim Publikum großes Interesse. Seine literarischen Essays, Dichtungen und Kurzgeschichten zeichnen sich durch ihre geschliffene Sprache, ihre Ideen und ihren an Heinrich Heine erinnernden Wortwitz aus.
1817 heiratete er die Schauspielerin und Sängerin Caroline Brandt (1793–1852). In der Nacht vom 4. zum 5. Juni 1826 erlag er in London, wohin er zur Uraufführung seiner Oper Oberon gereist war,  einer Lungentuberkulose. Beisetzung in
der Gruft der katholischen Moorfields Chapel. Achtzehn Jahre später wurde sein Leichnam nach Dresden überführt und auf dem Katholischen Friedhof in Friedrichstadt beigesetzt. Das geschah auf Initiative von Richard Wagner, der auch die Grabrede hielt (»Nie hat ein  deutscherer Musiker gelebt als du!«)
Auszüge u.a. aus Wikipedia - Biographie - Stadtwiki Dresden - Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe (WeGA) -
Carl-Maria-von-Weber-Museum - Weber Gedenkstätte Hosterwitz - Der unbekannte Carl Maria von Weber -
 


Aufforderung zum Tanz
:
steht in Des-Dur, die Spieldauer beträgt 9–10 Minuten. Weber widmete das Stück seiner jungen Frau Caroline von Weber.

Das Stück erzählt die Geschichte eines Paares auf einem Ball, bei dem ein Mann ein Mädchen höflich zum Tanz bittet und sie sich, nachdem sie ein paar Runden gedreht haben, höflich wieder voneinander trennen.
Takte 1–5: Erstes Bitten des Mannes zum Tanze / Takte 5–9: Die ausweichende Antwort der Dame / Takte 9–13: Seine drängende Aufforderung / Takte 13–16: Ihre Zustimmung / Takte 17–19: Er beginnt, sich mit ihr zu unterhalten / Takte 19–21: Ihre Erwiderung / Takte 21–23: Er spricht jetzt warmherzig zu ihr / Takte 23–25: Ihre einfühlsame Antwort / Takte 25–27: Spricht sie nochmal in Bezug auf den Tanz an / Takte 29–31: Sie begeben sich auf die Tanzfläche / Takte 31–35: Sie warten auf den Beginn des Tanzes / Der Tanz / Der Ausklang des Tanzes, er bedankt sich, ihre Antwort, sie trennen sich.  - Quelle: Wikipedia


Lieder
:
 
Carl Maria von Weber hat mehr als 90 Sololieder geschrieben, dazu zahlreiche mehrstimmige Lieder und Kanons sowie Vokalduette mit Gitarre- oder Klavierbegleitung.  Liste
 

Trio g-Moll für Klavier, Flöte und Violoncello, op. 63
"... Weber widmete es seinem Flöte spielenden Medizinerfreund Philipp Jungh und griff dabei auf einen Triosatz zurück, den er 1813 im Prager Freundeskreis mit Jungh musiziert hatte. Es war ein Adagio mit dem Titel Schäfers-Klage, das von einem gleichnamigen Gedicht Goethes inspiriert und dem Schäferinstrument Flöte auf den Leib geschrieben war. Aus dieser Schäfers-Klage wurde in Dresden 1818/19 das viersätzige Trio, dessen romantischer Klagegestus sich aus der Keimzelle des Werkes erklärt. ... " 
Zitat aus
. Kammermusikführer Villa Musica
Rheinland-Pfalz -


Programm:

Carl Maria von Weber, 1819, "Aufforderung zum Tanz“,
Rondo brillant für das Pianoforte (op. 65) (Gerold Huber)

Einführung (Svende Bielefeld und Klaus Stadler)

Gerhard Salz liest aus dem Romanfragment
"Der Kapellmeister“ von Carl Maria von Weber

Carl Maria von Weber, 6 Lieder 
1. Elfenlied / 2. Unbefangenheit / 3. Das Veilchen im Thale /
4. Liebesgruss aus der Ferne /  5. Ich denke  dein! / 6. Liebe-Glühen

(Andrea Oswald, Gerold Huber)

Pause

Carl Maria von Weber, 5 Lieder
7. Ich sah ein Röschen am Wege stehn / 8. Das Mädchen an das erste Schneeglöckchen / 9. Wenn Kindlein süssen Schlummers Ruh / 10. Heimlicher Liebe Pein / 11. Klage
(Andrea Oswald, Gerold Huber)

Thomas Rosenlöcher liest seine Erzählung „Der Hosterwitzer Affenstein“

Carl Maria von Weber, Trio g-Moll für Klavier, Flöte und Violoncello, (op. 63); Allegro moderato / Scherzo. Allegro vivace / Schäfers Klage. Andante espressivo / Finale. Allegro
(Gerold Huber, Olivier Tardy, Franz Lichtenstern)

 


In Webers Romanfragment
"Der Kapellmeister" sieht sich der Erzähler am Ende "im Traume plötzlich in den Concertsaal versetzt, wo alle Instrumente belebt, große Assemblée unter dem Vorsitze der gefühlvollen und mit naiver Naseweisheit erfüllten Oboe hielten."  Da treten beispielsweise auf: die Viole d'amour, Bassethorn, Viole di Gamba, Flûte douce, junge und alte Clarinetten und Flöten mit und ohne unzählige Modeklappen, das galante Clavier, einige süße Violinen, Trompeten und Hörner, Piccoloflöten und Flageolettchen, der grämliche Contrabaß, begleitet von einem Paare verwandter Violoncelle, und andere. Die Instrumente lamentieren über die ihnen zugemuteten Symphonien unserer neuesten Componisten  und Cherubinischen Opern und rühmen sich ihrer jeweiligen Talente. So spricht das "Clavier. Und was ist alles dieses gegen die Fülle der Harmonie, die ich umfasse? Wo Ihr Alle nur Theile des Ganzen seid, bin ich selbständig, und - Alle Instrumente (schreien zugleich). Ach, schweigen Sie, Sie können ja nicht einmal einen Ton aushalten"   .... und alle Instrumente weiter zugleich schreiend: "Ich allein bin die Seele, ohne mich nichts !"  Da tritt der Kalkant auf (der Balgtreter oder Orgelzieher). Er verschreckt die versammelten Instrumente mit seiner Schilderung der neuesten Symphonien in unseren aufgeklärten Zeiten und endet mit: "Überhaupt vermeide man alles Geregelte, denn die Regel fesselt nur das Genie."
 


Der Affe Schnuff - Foto: privat

Der Affe Schnuff: 

 "Auf einer der Fahrten nach den, bei dem freundlichen Altona und Blankenese lieblich am hohen Elbufer gelegenen Besitzungen der Godefroy's, traf das Paar Matrosen an, welche Affen zum Verkaufe ausboten. Einer derselben, ein kleiner allerliebster, kaum spannenhoher Capuzineraffe, zeigte sich so liebenswürdig, schnitt so charaktervolle Gesichter, kratzte sich so tiefernst und bedenklich hinterm Ohr, daß Caroline ausrief: »den muß ich haben, der sieht S.... zu ähnlich!« Weber, der allem Spaße immer hold war, zog lachend die Börse und zahlte die dafür geforderten 3 Louisd'or, »Nie,« äußerte er später oft, »habe ich Geld nützlicher angewendet, denn seinen tausendfachen Preis hat mir der kleine Satan an Apotheke und Doktor gespart, den Genuß, Herrn S. eine Kette an's Bein legen zu können, ganz ungerechnet!«  Mit kindischer Freude führte das Paar den kleinen Gefangenen in einem Vogelbauer, der in Hamburg gegen ein wohlausgepolstertes, warmes Kästchen vertauscht wurde, heim."  
Quelle:
Weber, Max Maria von: Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild. Band 2, Leipzig: Ernst Keil, 1866, S. 264-265.

Dem zahmen Affen, den Weber "Schnuff Weber" nannte, widmete der Bildhauer Joachim Zehme ein Epitaph mit der Aufschrift "Schnuff Weber. Ein Freund aus der Neuen Welt". Eine Reproduktion des Steins befindet sich heute an der Mauer der Hosterwitzer Kirche Maria am Wasser.

Das Foto links zeigt Johannes Glötzner mit dieser Steintafel.
 


Carl Maria von Weber 1821 -
Die Beantwortung einer Sylvester-Frage. Ein bürgerliches Familien-Mährchen.
Auszug"...
Was hätten wohl die Tonkünstler vorgenommen, wäre der Weltuntergang am 7. December gekommen?
...
– darauf der Musikant mit fremder Stimme aus sich heraussprach: –  ›Was einmal in der großen Sphären-Musik vom allmächtigen Tonsetzer da oben angeklungen, wird nicht verhallen in Ewigkeit, die zitternde Saite hier wird drüben nicht mehr beben, und frei vom irdischen Geräusche, das sie vom Saitenhalter der Erde noch an sich trug, wird sie dort in ungestörten Tönen fortklingen in allen Zeiten. – Amen.‹ Das Weiblein aber lachte heimlich und dachte, was ist so ein Musikant für ein Kerl, Dur und Moll nur einen halben Ton auseinander, und ist denn das eine Antwort, frug sie!«
 

"Mit Hilfe der göttlichen Tonkunst läßt sich mehr ausdrücken und ausrichten als mit Worten."