Dienstag, 9. Mai 2006, 20 Uhr
Lesesaal der Gemeindebücherei im Bürgerhaus
I
n Zusammenarbeit mit der Gemeindebücherei Gräfelfing

Dr. Edda Ziegler

Heinrich Heine und die Frauen

Ein Lebensbild
Vortrag

Süddeutsche Zeitung


Edda Ziegler, die Heinekennerin par excellence, befragt einfühlsam die Lebenszeugnisse und das literarische Werk nach Heines Frauenbildern.

Der geniale Schriftsteller war von Frauen umgeben, und schon seine Zeitgenossen haben ausführlich seine Beziehungen zu den Frauen kommentiert. Diese selbst haben kaum eine eigene Stimme im Werk Heinrich Heines. Die Charakterisierung ihrer Persönlichkeiten war weitgehend vom zeitgenössischen Bild geprägt, die Frau als Werkzeug seines Genius, als versorgende Hausfrau, Bettgenossin oder Muse zu sehen.


Dr. Edda Ziegler, Dozentin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
und Buchwissenschaft am Institut für Deutsche Philologie in München
- Zwei Portraits - MANUSKRIPTUM - Münchener Kurse für Kreatives Schreiben
- Publikationsliste - "Warencharakter des Buches" -
Als einer der ersten verkörpert Heine einen neuen Literatentypus, den Intellektuellen. Heine wurde nie zum literarischen Denkmal, sondern war und ist der große Herausforderer für Gesellschaft und Zeitgeist. Zum 150. Todestag von Heinrich Heine zeigt die renommierte Heine-Forscherin eine neue Wertung seiner Beziehungen zu Frauen, in deren Spiegel ein neues Lebensbild des großen Dichters entsteht.

" ... Liebesbeziehungen ... zwischen Mutterliebe und Familienbanden, Jugendschwärmerei, Ehestand und Alterseros ..."
  • Heines Mutter Betty (eigentlich: Peira), geborene van Geldern. Er blieb lebenslang von der Mutter emotional abhängig.
  • Elvira, die Tochter des Oberappellationsgerichtspräsidenten, das Mädchen, für das er mit 15 schwärmt - aber die hat keine Augen für ihn; er fällt in Ohnmacht.
  • Das "rote Sefchen" - die erste große Liebe des 16jährigen Harry (Heinrich), Josefa Goch (wie das rothaarige Mädchen mit bürgerlichem Namen hieß) war die Tochter des Scharfrichters; ihre Tante verkaufte Zaubersäfte und betrieb ein Bordell. Er küsste sie "nicht bloß aus zärtlicher Neigung, sondern auch aus Hohn gegen die alte Gesellschaft und alle ihre Vorurteile".
  • Unglückliche Liebe zu seiner zur Leibesfülle neigende Cousine Amalie («Molly»), Kaufmanns-Töchterchen aus bestem Hamburger Hause.
  • Rahel Varnhagen von Ense (geb. Levin), seine Gönnerin, für Heine die »geistreichste Frau des Universums«.
  • Crescentia Eugénie Mirat, die Heine «Mathilde» nennt, seine spätere Frau, ein attraktives junges französisches Bauernmädchen, des Schreibens kaum mächtig, aber »die süßeste Verbringerin, die je auf der Welt ihren Mann gequält und beglückt« hat.
  • George Sand, eigentlich Amantine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil. Stark, warmherzig, zugewandt, konsequent. Er sagt: „Meine liebe Cousine“."...Soyez persuadé qu'il est impossible d'exprimer combien vous etes aimable, adorable, divine..."
  • Seine letzte Liebe, Elise Krinitz, alias Camille Selden. «Mouche» nannte Heine sie nach der Fliege im Petschaft, mit dem sie die Briefe an ihn siegelte.

Betty Heine Öl auf Leinwand von Isidor Popper, Hamburg um 1840, Heinrich-Heine-Institut, DüsseldorfRahel VarnhagenAugustine Crescence Mirat = MathildeMathildeHeinrich Heine und Frau Mathilde - Gemälde von Ernst Benedikt Kietz, 1851Letzte unerfüllte Liebe: Mouche = Elise Krinitz


Heine bei wikipedia -   Biografie -
Heinrich Heine - Unterrichtsprojekt der Klasse 12.6 BBS I Northeim -
Heine-Linksammlung

Literarische Gesellschaft 2004: Deutschland, ein Wintermärchen

 Edda Ziegler: Heinrich Heines letzte Liebe
Edda Ziegler in: Bundeszentrale für politische Bildung;
Dichterliebe und Denkmalstreit


ntv:
Nicht nur im Schlafzimmer

Merkur: Kleine Lieder aus großen Schmerzen
NDR: Der Dichter und die Frauen


© Copyright Schmuel Ben-Yitzchak
Du bist wie eine Blume
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Das macht den Menschen glücklich,
Das macht den Menschen matt,
Wenn er drei sehr schöne Geliebte
Und nur zwei Beine hat.

Der einen lauf ich des Morgens,
Der andern des Abends nach;
Die dritte kommt zu mir des Mittags
Wohl unter mein eignes Dach.

Lebt wohl, ihr drei Geliebten,
Ich hab zwei Beine nur,
Ich will in ländlicher Stille
Genießen die schöne Natur.

Den Ruf als Womanizer pflegte er sorgfältig,
denn der passte zum Image des literarischen Provokateurs
.

"
...ach Gott! Madame, wenn ich ein berühmter Schriftsteller werde, so hat das meiner armen Mutter genug Mühe gekostet...."
Aus: Ideen. Das Buch Le Grand - Kapitel VI

"Von hohem idealischen Standpunkte betrachtet, haben die Weiber überall eine gewisse Ähnlichkeit mit der Küche des Landes... Der Eine liebt gebratene Hühner und gebratene Enten; was mich betrifft, ich liebe gebratene Hühner und gebratene Enten und außerdem noch gebratene Gänse."
Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski