Dienstag 23. November 2004


 

Oliver Hilmes

Das Leben der
Alma Mahler-Werfel

Witwe im Wahn

Vortrag und Lesung

Münchner Merkur                                           

© by Maximilian Lautenschläger

© by Maximilian Lautenschläger


 

Oliver Hilmes (*1971 in Viersen)
studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg, Paris, Berlin und Potsdam. 1999 schloss er das Hochschulstudium als Magister Artium ab. Drei Jahre später promovierte Hilmes am Historischen Institut der Universität Potsdam zum Dr. phil. mit dem Thema: "Politische Gustav-Mahler-Rezeption 1919-1945,  einer Studie über den Zusammenhang von Antisemitismus und Kritik an der Moderne". Er arbeitete in der Intendanz der Berliner Philharmoniker und beschäftigt sich mit politischer Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts und hat hierzu Artikel in Fachzeitschriften und Jahrbüchern veröffentlicht.
 

Neues neben den obligaten Beischlaflisten

Alma Maria, (1879 – 1964)
geborene Schindler, verwitwete Mahler, geschiedene Gropius, verwitwete Werfel
war von Jugend an eine außergewöhnliche Frau
und blieb bis heute
äußerst umstritten.

 

Wer war die Frau, die mit Gustav Mahler, mit Walter Gropius und Franz Werfel verheiratet war, die eine wilde Liebesaffäre mit Oskar Kokoschka hatte und der Gerhart Hauptmann zu Füßen lag ?

Für die einen ist sie die große Muse, für die anderen schlichtweg eine herrsch – und sexsüchtige Frau, die ihre prominenten Ehemänner nur benutzte.

Der Historiker Oliver Hilmes hat neue Quellen (insbesondere den umfangreichen Nachlass) erschlossen, die einen objektivierenden Blick auf dieses aufregende Leben dieser ungewöhnlichen Frau erlauben.

Gustav Klimt

Alma Maria Schindler, verwitwete Mahler, geschiedene Gropius, verwitwete Werfel

Die Reihe ihrer Ehemänner und Liebhaber
liest sich wie ein „Who is who“
der ersten Hälfte
des zwanzigsten Jahrhunderts.

Oskar Kokoschka

Alxander Zemlinsky

Walter Gropius

Gustav Mahler

Franz Werfel

Alban Berg

Gerhard Hauptmann

Karl Zuckmayer


In der Universitätsbibliothek von Philadelphia, wo Alma Mahlers lange verschollen geglaubter Nachlass liegt, hat der Autor Oliver Hilmes erstmals 46 Archivboxen durchgesehen - Tausende Briefe, Postkarten, Fotos und ihre Tagebücher bis zu Franz Werfels Tod 1945. Die Tagebücher erzählen nicht nur von einer streitbaren und umstrittenen Frau, sondern auch Details aus dem Leben ihrer Zeitgenossen, Ehemänner und Geliebten. Von Alban Berg bis Carl Zuckmayer ist das gesamte gesellschaftliche, künstlerische und politische Establishment Österreichs und Deutschlands vertreten. Kaum eine Geistegröße des 20. Jahrhunderts, mit der sie nicht intim, befreundet, bekannt gewesen oder der sie nicht wenigstens auf die Nerven gegangen wäre. Deutlich werden aber auch ihr bislang weit unterschätzter, theatralischer, aus der Hysterie geborener Antisemitismus, der bereits seit der Jahrhundertwende ihr Menschenbild prägte, die politische Radikalisierung der »Circe von Wien« in den dreißiger Jahren, zugleich ihr Geschick, hinter den Kulissen ihre kulturpolitischen Vorstellungen durchzusetzen. Indem sie sich zur Muse, zur "Ermöglicherin" kreativer Männer stilisiert hat, wurde Alma, die selbst kein großes Kunstwerk hinterlassen hat, bereits zu Lebzeiten zum Mythos. Als sie 1964 starb, war Mahler seit 54 Jahren tot, Werfel seit 19 Jahren; beide waren keine fünfundfünzig Jahre alt geworden. "Almas Lebensleistung bestand in der Komposition ihrer eigenen Legende", resümiert Hilmes. (Verlagstext u.a. Quellen)


 
Weiterführende Links (Randomhouse - Bertelsmann)

http://www.arlindo-correia.com/080105.html

Lebensspenderin, liederlich
Süddeutsche Zeitung, 30.11.04
Wild, blond, gewalttätig, saufend
Die Welt, 17.10.04
Theatralische und häufig unangemessene Posen
literaturkritik.de » Nr. 10, Oktober 2004 »
Herrin ohne Macht
Die Presse, 25.9.04
Mission erfüllt -Oliver Hilmes zeichnet Alma Mahler-Werfel als rassistische Schlampe. War sie noch mehr?
Berliner Zeitung 13.9.04
Arbeit am Mensch
Deutschlandfunk, 27.8.04
Das dramatische Talent
Frankfurter Rundschau 19.8.04
Venus im Öl
Falter, 11.8.04
Erotik, Antisemitismus, Alkoholismus und Theatralik
Deutschlandradio Berlin 1.8.04
Meine Männer müssen heller werden
Der Tagesspiegel, 25.7.04
"Ich zittere vor unserer Wildheit"  
Welt am Sonntag 4.7.04
Die Komponistin der eigenen Legende
Salzburger Nachrichten, 5.6.04

Oskar Kokoschka hat sie wieder und wieder gemalt, als Windsbraut und als Riesenpuppe (die echte Puppe, die er nach ihrem Bild fertigen ließ, verbrannte er schließlich)
 "Die Windsbraut"

Biografie
Das Geburtstagsbuch für Alma Mahler-Werfel

Alma Mahler & Franz Werfel Collection of Photographs
ALMA - Ein Simultandrama -
September 30 – December 5, 2004 - A theatrical journey in Los Angeles in the atmospheric Los Angeles Theatre on Broadway
Alma - Song by Tom Lehrer
Bride of the Wind


Im Anhang von "Witwe im Wahn" sind nahezu hundert Quellen aufgelistet, illustre Zeitzeugen (Oskar Kokoschka, Thomas Mann, Katia Mann, Klaus Mann, Friedrich Torberg, Carl Zuckmayer und viele mehr) genannt und etliche Bücher erwähnt, die sich früher schon mit dieser Frau beschäftigt haben.

 
Hilmes, Oliver: Der Streit ums 'Deutsche' - Studie über den in Gaschwitz bei Leipzig lebenden Musikschriftsteller Alfred Valentin Heuß (1877 - 1934), der die 'Zeitschrift für Musik' in der 'Weimarer Republik' zu einem Bollwerk gegen die Avantgarde und alles vermeintlich 'Undeutsche' führte, daß die Musikideologie im NS-Staat nicht den Beginn, sondern den Gipfelpunkt einer längeren, folgenreichen Entwicklung darstellt. Anna Mahler. Ich bin in mir selbst zu Hause. - Beitrag Oliver Hilmes: Zwischen Kreuz und Hakenkreuz, Die Familie Mahler-Werfel und der österreichische Ständestaat. Hilmes:  " ... Almas Autobiographien ...  leiten die Leser bewusst in die Irre, wimmeln sie doch von Stilisierungen und plumpen Lügen ..."
Alma Mahler und Oskar Kokoschka waren eines der großen Liebespaare der Geschichte. Dieser schwungvoll geschriebene historische Roman schildert erstmals diese leidenschaftliche und gewalttätige Liebesbeziehung en detail ... Hilmes: "Berndt Wilhelm Wessling ... ein Betrüger" Hilmes: "... Françoise Girouds Lebensbeschreibung fällt hinter die Veröffentlichungen von Monson und Keegan weit zurück ...Woher die Autorin ihre Informationen nimmt, bleibt ihr Geheimnis...."
Hilmes: "... Astrid Seele zeichnet ein kritisches und überzeugendes Charakterbild.."

" ...frühe Sonderausgabe des Partyluders ... Schlampe der Wiener Moderne ....
das Monstrum .... Hysterika ... Lebensspenderin, Hüterin des Feuers .... aufgequollene Walküre ...  
trank wie ein Loch  ...
eine große Dame und gleichzeitig eine Kloake ...
schön, klug, geistreich ....
politische Analphabetin ...
eine tolle Madame ... 
Schreckensvision einer Männchen verzehrenden Gottesanbeterin.....
die einzige wirkliche Königin oder Herrscherin dieser Zeit ..."

"Sie war dreimal verheiratet. Vermählt war sie nur einmal. Vermählt mit ihrem Leben. Mit ihrem eigenen Leben."