Donnerstag
, 9.11.17
20 Uhr

 

Reihe: Autoren aus Gräfelfing und dem Würmtal

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz
  


Dr. Susanne Betz


Foto: © Christian Rohr/C. Bertelsmann Verlag

Tanz in die Freiheit

Frankreich und Deutschland zwischen Französischer Revolution und heute.

Presseartikel

 

Weimar 1791: Die adeligen Geschwister Eleonore und Felix langweilen sich in Weimars provinziell-absolutistischer Welt zwischen Hofstaat und Geheimrat Goethe, der ihr Nachbar ist. Besucher aus Frankreich befeuern den Freiheitsdrang der beiden.

Nach dem Tod ihrer Mutter, einer exzentrischen Mathematikerin, müssen die Geschwister mit einem Koffer voller mathematischer Manuskripte nach Paris reisen, um so ihr Erbe zu sichern. Dort lernen sie nicht nur die Liebe, ein freies Leben und die Ziele der Revolution kennen, sondern erleben den zunehmenden Terror, gesteuert durch führende Revolutionäre.
Erzählt wird der Roman abwechselnd aus Eleonores und Felix' Sicht.

Susanne Betz will lesen, aber auch ansprechen, wie stark die bleibenden Errungenschaften der Revolution heute nicht nur in den USA akut gefährdet sind.

Susanne Betz wu
rde in Gunzenhausen geboren, studierte Geschichts- und Wirtschafts-wissenschaften in Deutschland, den USA und Kolumbien. Die promovierte Historikerin war für deutsche und amerikanische Printmedien tätig. Seit 1993 ist sie Hörfunkredakteurin in der Abteilung Politik beim Bayerischen Rundfunk. „Tanz in die Freiheit“ ist nach „Falkenjagd“ und „Der elektrische Kuss“ ihr dritter Roman.

Mit ihrer Familie lebt sie in Stockdorf.

 

 

 













 












Sinnlich und opulent – ein detailgenau recherchierter historischer Roman über die dramatischste Epoche der Neuzeit im beschaulichen Weimar und im revolutionären Paris


Johann Wolfgang von Goethe
Gemälde von Josef Karl Stieler 1828
 
Goethehaus am Frauenplan 
Quelle: Das Goethezeitportal   

   Goethes Gartenhaus 
im Park an der Ilm 

Christiane Vulpius mit Sohn August Goethe
Aquarell von J. H. Meyer 1792

Die Geschwister Eleonore und Fritz wachsen in Weimar auf. Der Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe wird ihr Nachbar. Eleonores Patin ist die Hofdame Charlotte von Stein, deren Seelenfreund und Geliebter für geraume Zeit Goethe war. Eleonore trifft die spätere Goethe-Gattin 'Demoiselle' Christiane Vulpius im Garten des Goethehauses und sie trinken ausgiebig Champagner. Später stiehlt sie mit ihrer neuen Freundin bei der reichen Oberschicht Lebensmittel und Delikatessen zur Weitergabe an die Armen.

Weimar war als Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach zwar während der Regentschaft der Herzogin Anna Amalia und Ihres Sohnes Carl August ein wichtiger Ort der sog. Weimarer Klassik um Wieland, Goethe, Herder und Schiller. Andererseits ist die kleine Stadt ökonomisch unbedeutend und quasi hinter dem Mond gelegen. Eleonore beschreibt das so: "In die Weimarer Luft war wieder einmal Schlafmittel gemischt."
 

Paris dagegen, so klangen die Gerüchte in Weimar, war eine flirrende, weltoffene Stadt. Angefangen bei der "Guten Alten Zeit", den Festen und Maskenbällen im Ancien Régime von König Louis XVI. und Marie Antoinette. Dann dessen Zerstörung durch die Französische Revolution, beginnend mit dem 'Sturm auf die Bastille' am 14. Juli 1789 und schließlich der 'Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte' der französischen Nationalversammlung am 26. August 1789, und dem Motto "Liberté, Egalité, Fraternité".

Ende Oktober 1791 machen sich die Geschwister auf den Weg nach Paris. In Paris lernen sie nicht nur eine weltoffene und libertine Stadt kennen, hier bebt auch noch immer die Revolution. Am Ende sind sie vor allem mit den politischen Flüssen und Ereignissen in Paris beschäftigt und finden zusätzlich noch Erkenntnisse aus der Vergangenheit ihrer Mutter heraus, die ihr ganzes Leben ändern werden ...

Übrigens ein Roman, in dem auch die Revolutionärin und Frauenrechtlerin Olympe de Gouges eine wichtige Rolle spielt.


Hinter der Romanhandlung werden die Parallelen zur Gegenwart sichtbar:
Wie ist die Basis für ein liberales, humanes und demokratisches Europa entstanden -
und durch was wurde und wird es bedroht? 

Die Historikerin, Wirtschaftswissenschaftlerin und politische Journalistin Susanne Betz interessiert insbesondere, inwieweit Errungenschaften aus der Französischen Revolution wie Demokratie, Gewaltenteilung, Menschen- und Bürgerrechte in der heutigen Welt noch gewährleistet oder aber gefährdet sind.
 


   

"Das Sichergeglaubte ist nicht mehr sicher. Die Weltzuversicht vieler Menschen zerbricht an Trump, Erdoğan und Co. Die Populisten, die Nationalisten und die Terroristen sind nicht nur Ursache, sondern auch Symptom des erschütterten Vertrauens in eine gesicherte Zukunft. Und der Glaube daran, dass Demokratie und Rechtstaatlichkeit sich, und sei es langsam, weiterentwickeln, geht verloren."
Verlagsinformation zum aktuellen Buch von Heribert Prantl "Die Kraft der Hoffnung"

Susanne Betz 
Facebook - Random House - Bayerischer Rundfunk - Sendebeiträge - SZ: Die Zeit einatmen - Brugs Klassiker: Kein Musikbuch - Home is where the boys are - Bücherliebe - Seite 101 Video: Buchrezension - Der Teufel trägt Brille - Sophias Bookplanet -


Screenshots aus "Tagesgespräch" BR2 alpha live