Donnerstag, 07.04.16
 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Thea Dorn



Foto: Karin Rocholl

Die Unglückseligen

 

Münchner Merkur :

"Ein neuer Faust sollte es werden
Auf Einladung der Literarischen Gesellschaft las Dorn im Bürgerhaus aus ihrem neuen Buch ... Mit szenischer Wirkung las Dorn, trotz Erkältung, zunächst aus dem ersten Kapitel ... Sie habe einen neuen Faust schreiben wollen, bekennt Dorn. Goethes Stoff und ein wachsendes Unbehagen an der technologischen Beschleunigung seien Auslöser gewesen. ..."  MM vom 12.4.16

 

In ihrem ersten Roman seit dem Bestseller „Die deutsche Seele“ (den sie im Oktober 2012 bei der Literarischen Gesellschaft vor großem Publikum vorgestellt hat) nimmt Thea Dorn ihr Publikum jetzt mit in die Extreme moderner Biomedizin und zugleich in die Untiefen einer romantischen Seele.

Ihre Heldin Dr. Johanna Mawet, Molekularbíologin und Humangenetikerin, forscht an Zebrafischen und Mäusen zur Unsterblichkeit von Zellen mit dem Ziel, eines Tages die Sterblichkeit abzuschaffen. In den USA trifft sie einen eigenartig alterslosen Herrn, mit dem sie abstruse Erfahrungen macht. Schließlich gibt er sich als  Johann Wilhelm Ritter, ein Physiker aus der deutschen Romantik, geboren 1776, zu erkennen. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Johanna lässt seine DNA sequenzieren, um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen

Thea Dorn hat ein virtuoses Epos in der Tradition des ganz alten deutschen Faust-Stoffes geschrieben, das gerade erst im Februar 2016 erschienen ist..

Denis Scheck lobte das Buch in seiner Sendung "Druckfrisch" überschwänglich: "großer Wurf,  virtuoses Sprachkunstwerk, Opus Magnum, Ein Paukenschlag in der deutschen Gegenwartsliteratur."

Auf ihrer Lesereise durch Deutschland kam Thea Dorn am 7. April bereits nach Gräfelfing.

Thea Dorn
,
geboren in Offenbach, aufgewachsen in Frankfurt, Autorin und Publizistin, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften In Frankfurt, Wien und Berlin, war Dozentin für Philosophie an der FU Berlin, hielt Seminare zu Fragen der modernen Ethik und Ästhetik, arbeitete auch als Dramaturgin. Sie schrieb preisgekrönte Romane, vor allem Krimis, Theaterstücke, Sachbücher und Drehbücher. 2012 war sie unter dem Motto Hinaus ins Ungewisse! Kuratorin des forum: autoren beim Literaturfest München. Sie moderierte viele Literatursendungen im Fernsehen, zuletzt „Paris-Berlin“ bei ARTE und „Literatur im Foyer“ (jetzt "lesenswert") beim SWR. Sie nimmt immer wieder Stellung zu aktuellen Themen, z.B. im "Philosophischen Quartett". Zwischenzeitlich wechselt sie auch mal gerne ihre Haarfarbe.

                  
"Unser Leben währet 70 Jahre ..."
spricht der Psalmist.
   
                     

  Die Unsterblichkeit,
von der man träumt, aber vielleicht nur
solange sie nicht da ist

Johanna Mawet:  (Mawet, מות hebr.: Tod)
"Dieser Tod ist doch die finale Demütigung"

Johann Wilhelm Ritter:
"Ihr werdet die Erde in eine Hölle verwandeln, wenn die Endlichkeit abgeschafft wird"

Und welche Rolle hat der Teufel ?
Die Stimme aus dem Off, die in Versen spricht. Wo Themen wie "Unsterblichkeit" und "Ewiges Leben" touchiert werden, ist Dr. Faustus mit im Bunde, der, in seinem Streben nach Erkenntnis, dem Teufel seine Seele verschreibt. Vergessen Sie, bitte, alles, was Sie über mich zu wissen glauben – alles!”

Quelle: Thea Dorn - Die Unglückseligen - Autorentrailer

Ein großes Lese- und Erkenntnisvergnügen,
in dem sich die lange Tradition des Fauststoffes zeitgemäß spiegelt.
  

Randomhouse Special -
Leseprobe (pdf) - Die handelnden Personen

"
Fauststoff mit Science Fiction. Ritter kann nicht sterben. Das macht ihn zu Johannas Forschungsobjekt und die beiden Protagonisten zu einem seltsamen Paar. Sie sind die Unglückseligen." SRF -
"
5
50 Seiten hat der neue Roman von Thea Dorn. Und die braucht es wohl auch, wenn man sich einer derart ambitionierten Aufgabe stellt: nämlich den Faust-Stoff in einer zeitgemäßen Form (neu) zu erzählen. Seit Thomas Manns "Doktor Faustus" - und das ist immerhin auch schon fast 70 Jahre her - hat sich in der deutschsprachigen Literatur niemand mehr an dieses Thema herangewagt. Wiener Zeitung -
"
Seit Botho Strauß’ Roman „Der junge Mann“ (1984) hat kaum eine deutsche Erzählung so viel gewagt, so weit und riskant ausgegriffen. Vom Wachschlaf der Vernunft bis hin ins Mythische, Dämonische, ins ironisch und tragisch umspielte Pathos, das selbst „des Menschen Teufelsverlassenheit“ beklagt. Dabei steht der wohl entscheidende Satz auf Seite 503: „Ganz und gar verkehrte Welt, in der das Träumen begann, nachdem der Mensch erwacht!“ Der Tagesspiegel
17.3.16  - 
"Dorn hat mit Die Unglückseligen ein gewagtes Monumentalwerk geschaffen. Sie lässt die deutsche Romantik und modernste Genforschung aufeinander treffen und miteinander in den Dialog treten. Der Roman ist, mit seinen unterschiedlichen Dialekten und Sprachstufen zugleich, eine Verbeugung vor der deutschen Sprache. Und ein Ausdruck des Unbehagens an der Gegenwart."
Lesung und Hörbuchpremiere am 19. April 2016 im Berliner Ensemble, Berlin. Lesung: Bibiana Beglau. Moderation: Knut Elstermann - Aviva-Berlin NDR: Thriller um die Sehnsucht nach Unsterblichkeit -
Welch ein Höllentrip! - Die Geschichte ist wirklich sehr schräg - literaturleuchtet
.. es liegt ein Schmunzeln über dem Buch, ein Augenzwinkern, ein Anstupsen des Lesers, F.A.Z.
Thea Dorns neuester Geniestreich:  ... Johanna ist, so glaubt Ritter, "auch Mitglied eines rätselhaften 'Apfelbundes'. Schließlich guckt sie, wie viele moderne Menschen, ununterbrochen in einen Silberkasten mit Apfel-Zeichen." Zeit- online
 

„Mir ging es in meinem Roman darum, alle Möglichkeiten der deutschen Sprache auszuschöpfen.“


Foto: Karin Rocholl

"
Die Autorin ist ebenso tapfer und forsch wie ihre Heldin. Sie weiß sehr viel und wendet ihr Wissen an. Sie scheut weder Varianten der deutschen Sprache, noch aktuellste Anglizismen oder wissenschaftliche Termini – ganz zu schweigen von unerhörten Theoriegebäuden samt abenteuerlichen Verwicklungen"
Das Erste; Sendung Druckfrisch

Die unsterbliche Maus ist schon in Arbeit - Globus wegen Überfüllung geschlossen -  Die Welt -

„Solche Gesichter wurden heutzutage nicht mehr gemacht.“


Bildschirmfoto SWF
"lesenswert" vom 25.2.2016

Johann Wilhelm Ritter – der romantische Physiker und Philosoph
1776 - 1810
Ein Bericht über wissenschaftliche Besessenheit, deutsche Romantik und selbstmörderische Dialektik: Wie sich Johann Wilhelm Ritter im Jahre 1809 zu Tode experimentierte

„Johann Wilhelm Ritter ist die herausragendste Figur unter den Naturforschern der Frühromantik im Kulturkreis Jena-Weimar. Obwohl Autodidakt, wurde er von Persönlichkeiten wie Goethe, Herder, Alexander von Humboldt und Brentano als wissenschaftlicher Partner geschätzt.“ Als Physiker entdeckte er 1801 die UV-Strahlung und erfand 1802 den ersten Akkumulator, die Rittersche Ladungssäule. K
aum 34 Jahre alt verstarb er - so dachte man bisher (!) - am 23. Januar 1810 in München, mitverursacht durch die an seinem Körper durchgeführten galvanischen Selbstversuche. Quelle: Wikipedia

"Alles Gute besitzt den Charakter der Gattung; es bringt ewig wieder Gutes hervor. Darum ist auch der Rechtschaffene unsterblich."

Johann Wilhelm Ritter

„Who wants to live forever?” Freddy Mercury


Die Trilogie des Todes
Ritter, Tod und Teufel
-
Albrecht Dürer 1513



 mdr -Buchmesse artour spezial
Druckfrisch lesenswert -  3nach9 -
  hr-fernsehen - Klassik à la carte - NDR


Der
«Algorithmus der Unsterblichkeit»

Calico
ist ein Biotechnologieunternehmen, das 2013 vom US-amerikanischen Konzern Google Inc. gegründet wurde, um Methoden gegen die menschliche
 Alterung zu entwickeln und letztendlich die Sterblichkeit abzuschaffen.


 
"We’re tackling aging,
one of life’s greatest mysteries."

Wer die Begriffe "Unsterblichkeit" und "ewiges Leben" heute googelt, landet weder bei der Bibel noch bei den großen Unsterblichkeitsnarrativen der Weltliteratur, bei »Ahasver« oder dem »Fliegenden Holländer«, sondern bei Links zu Dokumentarfilmen wie »Ruf der Unsterblichkeit« oder »Ein Gen verleiht Unsterblichkeit«. Er wird zum Begriff »Telomer« weitergeleitet oder zu Angeboten, sich für die Ewigkeit einfrieren zu lassen. Die einschlägigen Instanzen lauten nicht mehr Goethe, Richard Wagner oder Thomas Mann, sondern Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin oder Blackburn Lab der University of California, - Quelle

 Eidechsen können es, der Regenwurm kann es, und der Zebrafisch kann es:
verlorene Körperteile und Organe neu bilden. Johann Wilhelm Ritter kann es auch.

Der Cambridger Informatiker Aubrey de Grey: "Die Aussicht, das Altern zu unterdrücken, ist nur noch 30 Jahre entfernt. ... Das Problem der Überbevölkerung wird verdammt schwer zu lösen sein. ... Entweder sind den Menschen viele Kinder wichtig, dann müssen sie das Sterben in Kauf nehmen. Oder aber Kinder werden nicht mehr als die große Erfüllung angesehen, weil es einfach mehr Spaß macht, 1000 Jahre zu leben. ... Wenn es dumm läuft, werde ich schon morgen von einem herabfallenden Klavier erschlagen."

"Die Verbindung von Intelligenz, Witz und Unterhaltung ist Thea Dorns Markenzeichen." Neue Osnabrücker Zeitung


Thea Dorn
ist ein Künstlername, erfunden in einer Kneipennacht in Anspielung auf den Philosophen Th.Adorno. Ursprünglich wollte sie Opernsängerin werden. Ihre ersten Bücher waren Krimis (Berliner Aufklärung; Ringkampf; Die Hirnkönigin). Auf Theaterstücke (Franziska; Marleni; Nike: Bombsong) folgten u.a. Romane, Sachbücher und Drehbücher (Ultima Ratio; Die Brut: Die neue F-Klasse; Mädchenmörder u.a). Sie war am Schauspielhaus Hannover Dramaturgin und Autorin. Sie war Dozentin an der FU Berlin und an der Uni Frankfurt für Moralphilosophie und hatte eine Gastprofessur in den USA. Im Fernsehen moderierte sie u.a Büchersendungen (2003/2004 Schümer und Dorn, Der Büchertalk; bis 2009 auf arte die Kulturdebatte Paris-Berlin und von 2004 bis 2014 im SWR-Fernsehen Literatur im Foyer (jetzt."lesenswert"). Der Film "Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm des Jahres und 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Sie lebt als freie Autorin seit 25 Jahren in Berlin. - Wikipedia -


Faustus - Infaustus

Die Unglückseligen (lateinisch: Infausti)
 

Thea Dorn will nicht 500 werden

"Ich glaube, dass wir einen weiteren Verlust an Vitalität und Kreativität erleben werden, wenn wir den Tod noch mehr zurückdrängen und uns manisch ans Diesseits klammern", so Dorn im "Zeit Magazin Nr.15/2016".
 

„Mit Mephisto verstehe ich mich ausgezeichnet“ B.Z. Berlin
„Würde Mephisto kommen und fragen: ‚Willst du noch ein Jahr leben oder 240?‘, dann wäre ich wirklich in der Klemme.“

102