Dienstag, 27. Oktober 2015
 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz   


Prof. Dr.
Andreas S. Lübbe


 Foto: privat

Für ein gutes Ende

Von der Kunst,

Menschen in ihrem Sterben
zu begleiten

Erfahrungen auf einer Palliativstation

Pressebericht
 


Professor Dr. med. Dr. rer. nat. (USA)  Andreas S. Lübbe
Chefarzt der Palliativstation
der Karl-Hansen-Klinik und einer onkologischen Schwerpunktklinik für Anschlussrehabilitation in Bad Lippspringe,

Associate Professor Department of Physiology and Biophysics, University of Louisville, USA, Professor an der Philipps-Universität in Marburg, Ausbilder im Fach Palliativmedizin sowie Gründer und Vorsitzender des Ambulanten Palliativnetzes in seiner Region.

 

Wie wollen wir sterben? Eine Frage, der sich Menschen stellen müssen, weil das Leben eines Tages unausweichlich zu Ende geht. Auch durch die Diskussion um Sterbehilfe im Bundestag wird diese Frage in den nächsten Monaten unzählige Menschen verstärkt beschäftigen. Wir können mit darüber bestimmen, wie unser Leben oder das unserer nächsten Angehörigen endet.

Der erfahrene Palliativmediziner Andreas S. Lübbe berichtet in seinem Buch, auf dem sein Vortrag und das anschließende ausführliche Gespräch aufbaut, auf eindrückliche und berührende Weise von der Kunst, Sterbende an ihrem Lebensende zu begleiten. Er erzählt von seinen Patienten und ihren Schicksalen, vom Umgang mit dem Sterben, auch von Defiziten unseres Gesundheitssystems. Vor allem zeigt Lübbe, welche Möglichkeiten die Palliativmedizin heute hat, das Leben bis zuletzt lebenswert zu gestalten. Und er bezieht sehr deutlich Stellung zu Fragen zur Sterbehilfe-Debatte.

Andreas S. Lübbe, geb. 1960 in Hamburg,  Onkologe und Palliativmediziner, hat an der Freien Universität Berlin Humanmedizin studiert und dort promoviert. Ein anschließendes Studium der Physiologie und Biophysik in den USA schloss er ebenfalls mit der Promotion ab.  Er ist ehemaliger Vorsitzender der „Pain and Symptom Control Group“ der Europäischen Krebsgesellschaft EORTC. Sein Publikationsverzeichnis umfasst mehr als 100 Arbeiten.

Sein Buch „Für ein gutes Ende" erschien 2014.


Ein engagiertes Plädoyer dafür,
worauf es ankommt:
den Menschen.

Als palliative Therapie oder Palliativtherapie bezeichnet man eine medizinische Behandlung, die nicht auf die Heilung einer Erkrankung abzielt, sondern darauf, die Symptome zu lindern oder sonstige nachteilige Folgen zu reduzieren (Palliation)  ‚Palliativ‘ ist von dem lateinischen Wort "Pallium" abgeleitet und heißt übersetzt „Mantel; sich und anderen einen Mantel umlegen".


Palliativmedizin als echte Alternative:
Ein Experte berichtet aus der Praxis.


Diese Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit:
Malteser
Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst  Gräfelfing und Gilching. - Einsatzgebiete Würmtal (LK München) sowie Gilching und nördlicher Landkreis Starnberg.


Aus dem Einführungstext der Palliativstation der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe:
Palliativmedizin bezeichnet einen Bereich innerhalb der Medizin, bei dem Patienten an einer chronischen, nicht mehr heilbaren Krankheit leiden, an deren Folgen sie in einer absehbaren Zeit versterben werden. Das können Tumorleiden, aber auch chronische Herz-, Lungen-, Nerven- oder Nierenerkrankungen sein. Ziel und Hauptaufgabe der Palliativmedizin ist die bestmögliche Behandlung körperlicher, geistiger und seelischer Missempfindungen, also die Therapie internistischer, neuropsychiatrischer Symptome sowie von Schmerzen. Palliativmedizin ist interdisziplinär und multiprofessionell und berücksichtigt immer die psychosozialen Rahmenbedingungen des Patienten und integriert, wenn gewünscht, die spirituelle Begleitung. In regelmäßigen Teambesprechungen werden die Behandlungsziele oft in kurzen Abständen für einen Patienten neu definiert und der Wunsch und Wille des Patienten und seiner Angehörigen über alles gestellt. Voraussetzung dieses zu ermitteln ist eine behutsame und von Empathie getragene, aber auch professionelle Kommunikationsfähigkeit, die die Mitarbeiter der Palliativstation gelernt haben. Die Mitarbeiter der Palliativstation haben alle Zusatzkurse und Lehrgänge besucht, um sie für diesen Aufgabenbereich besonders zu qualifizieren.
 


Klappentext zum Buch "Für ein gutes Ende"
Wie wollen wir sterben?
Andreas Lübbe, Onkologe und Palliativmediziner, erzählt von der Kunst, Sterbende an ihrem Lebensende zu begleiten. So, dass sie sich geborgen fühlen. Dass auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Dass das Leben bis zuletzt lebenswert ist. – Vor über 15 Jahren baute Lübbe eine Palliativstation auf, die er bis heute leitet. Von den Patienten und ihren Schicksalen, vom Umgang mit dem Sterben, von den Defiziten unseres Gesundheitssystems und den Möglichkeiten der Palliativmedizin berichtet er auf berührende Weise. Ein engagiertes Plädoyer dafür, worauf es ankommt: den Menschen.

Wenn Patienten den Eindruck bekommen, ein Laborwert wäre wichtiger als ihr Wohlbefinden, wenn Ärzten Mitgefühl und Empathie als Schwäche und fachliche Inkompetenz ausgelegt werden, dann läuft etwas schrecklich schief. Als junger Arzt hat Andreas Lübbe selbst erfahren, wie unmenschlich der Medizinbetrieb sein kann – heute sorgt er dafür, dass Sterbenskranke Linderung, Respekt und Zuwendung erfahren. Denn auch wenn es unausweichlich ist, dass das Leben eines Tages zu Ende geht: Wie es endet, darauf können wir Einfluss nehmen. Beispielhaft beschreibt Lübbe anhand der Erfahrungen auf der Palliativstation, worauf es dabei ankommt: Wie sieht eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient aus? Wie gehen Ärzte und Pflegekräfte mit den höchst individuellen Krankheitsgeschichten um? Wie mit den Ängsten und Sorgen der Kranken? Was, wenn Kinder betroffen sind? Welche Möglichkeiten gibt es bei chronischen Leiden und Schmerzen? – Eine eindringliche Schilderung des Alltags auf einer Palliativstation: Aufklärung und konkrete Information, Hoffnung und Perspektive zu einem immer noch verdrängten Thema.

Leseprobe 
Auszug aus der Leseprobe:
...
Als Palliativmediziner bin ich tagtäglich mit der Angst vor dem Sterben konfrontiert. Die größte Angst, die sich daran knüpft , ist die Angst vor Schmerzen und Qualen, zum Beispiel dem unerträglichen Gefühl des Erstickens. Eine andere ist die vor einem einsamen Tod, ob im Krankenzimmer oder zu Hause. Immer mehr Menschen leben alleine. Das nenne ich auch eine Art von Altersarmut. Vor gut sechzig Jahren hat der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber geschrieben, dass er, wenn es ans Sterben gehe, die Hand eines Menschen in der seinen halten wolle. Doch wenn immer mehr Menschen alleine leben, wer kann da schon wissen, wessen Hand es sein wird – die einer geliebten Person oder die eines professionellen Pflegers?  ....
 


Hospiz- und Palliativbetreuung lokal
http://www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/
https://www.stiftung-patientenschutz.de/uploads/files/pdf/hospizadressen/plz_82.pdf

http://www.palliativ-portal.de/palliative/map/BY
http://www.bhpv.de/fileadmin/user_upload/bhpv/pdf/Download-Mitglieder-Liste-2014.pdf
 
Themenbeispiele und Einsatzgebiete des
Malteser Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Würmtal und Gilching


BertelsmannStiftung: 02.11.2015, Faktencheck Gesundheit
Medizinische Versorgung am Lebensende noch zu häufig im Krankenhaus
Nur sechs Prozent der Deutschen möchten im Krankenhaus sterben - und doch tritt genau dieser Fall bei 46 Prozent von ihnen ein.
Weisse Liste
Palliativversorgung in der letzten Lebensphase - wie Palliativversorgung Lebensqualität fördern und Leiden lindern kann

Aufklärung und konkrete Information, Hoffnung und Perspektive zu einem immer noch verdrängten Thema




Quelle: Facebook Svein Olav Nyberg
Peanuts, by Charles M. Schulz.