Mittwoch, 11. November 2015
 

Gemeindebücherei im Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  

In Zusammenarbeit mit der


Teja Fiedler


Bildschirmkopie BR
 

Mia san mia.
Die andere Geschichte Bayerns

Pressebericht


sst sich der „Mythos Bayern“ enträtseln?

„Am Ende ist es ihm überzeugend gut gelungen, hochkomplexe Zusammenhänge verständlich und sogar ironisch aufzubereiten.“ In der Kritik der Süddeutschen Zeitung wird dann als Beispiel Bayerns tragikomischer Versuch genannt, über 1000 Jahre hinweg zur Großmacht aufzusteigen. Bayerns lange Geschichte, das sind verschiedenste Kaiser, verrückte Könige, Kriege um Land und Bier, dazu Kunst und Kultur, und alles etwas extremer, bunter und schräger als sonst in Deutschland.

Was in Bayern zwischen Herzog Tassilo und König Seehofer alles passiert ist, erzählt Teja Fiedler, der Historiker und Journalist aus Niederbayern, witzig und erhellend, oft gegen den Strich der traditionellen Geschichtsschreibung. Da kommen Lola Montez oder Kaiserin Sisi, aber auch der „völkische Sumpf“ und die „entartete Kunst“ nicht zu kurz.
 

Teja Fiedler, 1943 in Dauba/Nordböhmen geboren. Sein ungewöhnlicher Vorname geht auf den letzten Ostgotenkönig zurück. Fiedler ist in Plattling / Niederbayern aufgewachsen und hat in München Geschichte und Germanistik studiert. Als Korrespondent berichtete er für den „Stern“ jahrzehntelang aus Rom, Washington, New York und zuletzt aus Mumbai/Indien. Er lebt seit 1981 in Hamburg.

Viele Bücher, darunter „Die Geschichte der Deutschen“, „Gebrauchsanweisung für Niederbayern“, „Die Zeit ist aus den Fugen. Vom Kaiserleutnant zum Vertriebenen“, ein biografischer Roman über seinen Vater. 2014 erschien „Mia san mia. Die andere Geschichte Bayerns“.


Das Phänomen "Mia san mir" gibt es nur in Bayern



"...[ich] liebe ...diese direkte, manchmal auch grob-derbe, aber tief im Inneren herzliche Art der Bayern sehr. Und ich gebe offen zu:
Obwohl ich kein gläubiger Mensch bin, fasziniert mich dieses Überschwänglich-Barocke von katholischen Kirchen in Bayern. Das fehlt mir im protestantischen, eher sachlichen Hamburg ab und zu.
"
(Quelle: Interview im Ammersee Kurier)


Seit die »Boiari« aus dem Nebel der Völkerwanderung aufgetaucht sind, halten sie sich für etwas Besonderes. Nichtbayern, Nachbarn oder Feinde (was für die Bayern eigentlich immer dasselbe war) sehen das mit einer Mischung aus Abscheu und Bewunderung, aber sie nehmen es hin. Denn bei den Bayern entfaltet die Geschichte ihre ganze Farbigkeit, malt das Geschehen immer noch etwas bunter, prächtiger, oft auch maßloser als im Rest Deutschlands. Teja Fiedler spannt ein Panorama, das vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart reicht. Da gibt es Kaiser (nicht nur im Fußball), Könige (normale und verrückte), Kriege um Land, Religion und Bier, aufsässige Bauern und große Literaten, Kunst und Kultur wie in kaum einer anderen Region. Bayern ist weit mehr als Ludwig-Kult, Laptop und Lederhose, das zeigt Teja Fiedler ebenso amüsant wie spannend. (Klappentext)
 


Illustration: Sven Binner
" ...tatsächlich ist die Spezl-Wirtschaft ein urbayerisches Phänomen"
 


Der Name 'Bajuwaren' kommt wohl von den Einwanderern aus Böhmen - Karl der Große verbannt 788 den Baiernherzog Tassilo ins Kloster - 1158 erhält Heinrich der Löwe das Herzogtum Baiern -  mit Herzog Otto I. begann 1180 die Herrschaft der Wittelsbacher über Bayern (bis 1918) - Kaiser Ludwig der Bayer leidet an Haarausfall - "Jedem Mann ein Ei, dem braven Schweppermann aber zwei!" -  Baiern-Landshut / Baiern-München / Baiern-Ingolstadt / Baiern-Straubing - Die schöne Baderstochter Agnes Bernauer wird 1435 in der Donau ertränkt - Landshuter Fürstenhochzeit 1475 Georg und Hedwiga: 30.000 Gäste, 323 Ochsen, 285 Brühschweine, 11.500 Gänse, 336.984 Maß Speisewein - Ein Luther-Anhänger aus Ingolstadt namens Seehofer - Katholische Freude am prallen Diesseits gegenüber grämlichem Protestantismus - Kurfürst Maximilian I.: Sichtbare Gottgefälligkeit, Verbot von "Fensterln, grobem Halsen, Drucken und Aufheben" - Schwedenkönig Gustav Adolf: "München, ein goldener Sattel auf einer dürren Mähre" - Max Emanuel, der Blaue Kurfürst, charmant zu jedermann und jederfrau: Man frisst und sauft sich voll und toll / Dem Bauern schert man ab die Woll' (Abraham a Santa Clara) - Der Bairische Hiasl, ein Wilderer-Hauptmann, wird verurteilt - Max III. Joseph verbietet die Passionsspiele - Napoleon macht Kurfürst Max IV.Joseph zum König Max I. - 30.000 bairische Soldaten ziehen 1812 mit der Grande Armée nach Russland, 3.000 kommen nur zurück - Graf Montgelas, der bairische Mephisto: Säkularisierung: Verzicht auf Fronleichnamsprozession, Palmesel und Weihnachtskrippen - Ludwig I., ein schwerhöriger Stotterer, bringt Bayern das Ypsilon. "Baut wird bei uns, nix als baut, und wenn der letzte Heller draufgeht" - 1832 Hambacher Schloss in der bayerischen Pfalz: schwarz-rot-gold - Ludwig, ein erotischer Gewohnheitstäter > Lola, tiefblaue Augen, lange Beine, spontane Ohrfeigen und Reitpeitschenhiebe > das dicke Ende - Maximilian II., ein Nischendasein in der bayerischen Geschichte - Der unglaubliche Ludwig II., zum König erzogen, Grenzgänger in das Reich der Phantasie - Richard Wagner, für Ludwig Liebe auf den ersten Blick - Adele Spitzeder: acht Millionen Gulden Schulden, drei Jahre Gefängnis - 13. Juni 1866 Schloss Berg: üppiges Dinner for One mit Bier, fünf Gläsern Wein, zwei Gläschen Arrak. Tod im See. Unvermeidliche Verschwörungstheorien - Prinzregent Luitpold: die gute alte Zeit - Schwabing, Wahnmochung, ein Biotop - 1913 bezieht ein schmächtiger, schlecht genährter Mann ein Zimmer in der Schleißheimer Straße - 4. August 1914: "Bayern ! Es gilt das Reich zu schützen ..." - Kurt Eisner, Räterepublik gescheitert, Freistaat, völkische Trommler, der krachlederne Weiß Ferdl und das gesunde Volksempfinden - Heimat der Bewegung - Weiße Rose - danach Persilscheine und weiß-blaue Wiedergeburt  - Wilhelm Hoegner, ein Sozi als Ministerpräsident - Deutsche sein, aber Bayern bleiben - CSU: maßgeschneidert für das bayerische Gemüt - Blackout-Fritz Old Schwurhand - Strauß, ein Riese unter politischen Pygmäen - Seehofer und die alte Weisheit: Bayern sein, heißt anders sein. Mia san mia.
 



Illustration: Sven Binner



SZ: "Niederbayern ist Bayern ohne Make-up" RegioWiki - Teja Fiedler im ''stern' - Perlentaucher - Piper-Verlag - Ammersee-Kurier - Interview - Plattlinger Zeitung -

Bücher von Teja Fiedler
       
        

„Wir Bayern mögen nicht aus einem Guss sein. Aber Hund sammer scho!“