Dienstag
, 3. Februar 2015
20 Uhr
 

In der
Gemeindebücherei Gräfelfing

im Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz

In Zusammenarbeit mit der


Lena Gorelik


Foto © Literarische Gesellschaft
 

Die Listensammlerin

 

Pressebericht - Fotos  - 


Lena Gorelik
,
Journalistin und Schriftstellerin, 1981 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren, kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland.

In Gräfelfing können wir mit ihr eine der wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen der jungen Generation erleben. Lena Gorelik schreibt Romane, Sachbücher („Sie können aber gut Deutsch!“), Reiseliteratur und Beiträge für den Hörfunk. Mit ihrem ersten Roman „Meine weißen Nächte“ (2004) wurde sie als Entdeckung gefeiert. Mit ihrem zweiten Roman “Hochzeit in Jerusalem” wurde sie für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Lena Gorelik liest aus ihrem jüngsten Roman „Die Listensammlerin“. Darin erzählt sie von Sofia und von deren Familie, die aus der Sowjetunion nach Deutschland gekommen ist. Sofia hat von frühester Kindheit an eine Leidenschaft: Sie ordnet ihre Umwelt, strukturiert sie und fixiert sie in Listen. Etwa von den witzigsten Neurosen, den nettesten Ärzten,  oder den schlimmsten Restaurants . “Die Listen geben mir Kraft und Ruhe wie anderen das Gebet, Alkohol, Drogen, ein Therapeut, die Zigaretten und das Shoppen. …”

Bei ihrer Großmutter findet sie eines Tages Zettel, Aufzählungen, Listen, wie sie sie anlegt, in kyrillischer Schrift. Sie stammen von Onkel Grischa, einem Querkopf und schrägen Vogel, über den nie jemand sprach, der im Untergrund arbeitete, die Familie in Gefahr brachte, den trotzdem alle liebten. Sofia spürt anhand der Listen Grischas dunkler Geschichte nach und entdeckt, was die Vergangenheit für das Jetzt und für sie selbst bedeuten kann.
 




Von Männern mit schönen Händen, Tolstoi und dem Duft von Apfelkuchen

Aus dem Klappentext: "Oft weiß Sofia nicht aus noch ein: An das Dasein als Mutter hat sie sich noch nicht gewöhnt, ihre kleine Tochter wird bald am Herzen operiert, Sofias überfürsorgliche Mutter ist mehr Last als Hilfe, und ihre alte Großmutter dämmert dement vor sich hin. ... «Die Listensammlerin» erzählt mitreißend und mit herrlich originellen Figuren die Geschichte von Grischa und Sofia. Ein oft komischer, warmer und lebensnaher Familienroman, der gar nicht so einfache Fragen stellt: was Familie, Nähe und Fremdsein bedeuten – und wer man selber ist." -  Leseprobe -


Foto St. Petersburg Wikipedia - Alex Florstein CC BY-SA 3.0,


Foto München: Wikipedia - DavidKostner CC BY-SA 2.0 de

                                                                                  ""Man gewöhnt sich an alles, auch an die Angst."
Sofia
hat Listen mit typischen Großmutter-Sätzen und guten ersten Sätzen für einen Roman, Listen mit Büchern, die sie zum Weinen und Büchern, die sie zum Lachen gebracht haben, Listen mit filmreifen Szenen aus ihrem Leben und Listen mit "leicht skurrilen Charakterköpfen" in ihrem Umfeld, sie hat Wunschlisten, Namenslisten, Essens- und Menschenlisten, Listen mit Schimpfwörtern, mit peinlichen Kosenamen und Listen mit Dingen, die sie nie hat sagen wollen. "Ich glaube, Woody Allen würde meine Listen mögen", sagt Sofia,
Quelle: ORF - Rowehlt-Magazin - Pressestimmen und Interviews - Perlentaucher - Neue Zürcher Zeitung - NDR - Faustkultur Radiergummi / aus.gelesen -   Buzzaldrins Bücher - Wiebke Porombka -


Homepage - Wikipedia - BR - Deutschlandradio - Interview mit Lena Gorelik von www.EastTalk.de - perlentaucher -

Lena Gorelik wurde 1981 im heutigen Sankt Petersburg geboren. Ihre Vorfahren gehörten zu jenen, die während der 900-tägigen Blockade Leningrads bis zum Januar 1944 in der Stadt ausharrten. Sie selbst kam 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtlingin das angebliche "Märchenland" Deutschland. Sie ging, anfangs sprachunkundig und einsam, in Baden-Württemberg zur Schule. Sie besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und war von 2001-2005 dort in der Lehrredaktion. Anschließend absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München den Masterstudiengang „Osteuropastudien“ . Die in deutscher Sprache schreibende Autorin wurde u.a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis, dem Ernst-Hoferichter-Preis, dem Förderpreis Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und dem Bayerischen Literaturstipendium ausgezeichnet.   (s.a. Auszüge aus der Homepage der Autorin)

Für ihren Familienroman “Die  Listensammlerin”  erhielt sie den Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag 2014 - In der Begründung der Preisvergabe heißt es: "Der Roman 'Die Listensammlerin' zeigt Familie von ihrer stärksten und besten Seite. Hier geht es um Herkunft, um Verwandtschaft und Beziehungen, um Lust und Leid daran, um im Privaten gespiegelte Geschichte. Der Zusammenhalt, das Für-einander-Einstehen dieser Familie ist das eigentlich beständige Element in einer rasant sich verändernden Welt. Ob die Romanhelden in der poststalinistischen Sowjetunion oder im marktwirtschaftlichen Deutschland der Gegenwart leben, ändert generations- und gesinnungsübergreifend an der Verbun­denheit nichts, die den Kern des Lebensgefühls der Einwandererfamilie ausmacht, von der dementen russischen Großmutter bis zur herzkranken deutschen Urenkelin. Lena Gorelik ist eine der interessantesten Stimmen der neuen deutschen Literatur. Ihr Roman ist lebendig, auch witzig geschrieben, mit einprägsamen Figuren und Milieus. Noch dazu ist es ein Roman von großer sprachlicher Sicherheit, beeindruckender Fabulierlust und mitreißendem Tempe­rament."

Lena Gorelik lebt mit ihrer Familie in München.
 


Weitere Buchbeschreibungen auf der Homepage der Autorin:

In ihrem hinreißend komischen, leise melancholischen Debütroman erzählt die in Deutschland lebende Russin Lena Gorelik von den Irrungen und Wirrungen einer jungen Frau, die eigentlich damit ausgelastet wäre, sich zwischen ihrem Freund und ihrem Ex-Freund zu entscheiden – aber immer wieder von ihrer russischen Familie auf den Boden der Tatsachen geholt wird.

Anja, die russische Jüdin, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, fährt mit ihrem Freund Julian nach Israel, um ihm bei dessen Suche nach seinen Wurzeln zu helfen. Konfrontiert wird sie dabei nicht nur mit der Frage, was Jüdischsein in Deutschland heute bedeutet, sondern auch mit ihrer liebenswert-nervigen Familie, die einen guten Vorwand gefunden hat, sich der Reise spontan anzuschließen.

Die Stadt für Verliebte und Kunstbeflissene, Schlaflose, Wodkatrinker und Pelzträger: Sankt Petersburg, schon lange eines der beliebtesten, neuerdings auch eines der sexysten Reiseziele, ist traditionell ein Opfer seiner Klischees. Lena Gorelik greift diese freudig auf und liefert Insiderwissen, mit dem Sie auf Ihrer Reise garantiert ans Ziel Ihrer Wünsche kommen.

Warum ich nicht mehr dankbar sein will, dass ich hier leben darf, und Toleranz nicht weiterhilft

Lange hat man hierzulande so gut wie gar nicht über Integration diskutiert. Dann lösten Thilo Sarrazins umstrittene Thesen über Migranten heftige Reaktionen aus. Was viele vergessen, so Lena Gorelik – die selbst Kind russischer Einwanderer ist –, wir leben längst in einer ethnisch gemischten Gesellschaft. Wir müssen nur dahin kommen, es als Stärke zu begreifen und davon zu profitieren.

 

Lieber Mischa… der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude

Klar sind Juden gerissen, meint Lena Gorelik, sonst hätten sie nicht überlebt. In ihrem neuen Buch zeigt sie, wie man entspannt mit den üblichen Klischees umgeht. Denn für sie ist jüdische Identität längst nicht mehr nur an den Holocaust gekoppelt.
Lena Gorelik gehört der neuen Generation junger Juden in Deutschland an, die sich über ihre Zukunft, nicht über ihre Vergangenheit definieren wollen. Dazu passt perfekt, dass sie gerade Mutter geworden ist: In ihrem neuen Buch erklärt Lena Gorelik ihrem Sohn nicht nur präventiv, wie er sich später einmal ihrer mütterlichen Fürsorge entziehen kann. Sondern auch, warum bei Festen immer viel geweint wird, obwohl seine Eltern nicht gläubig sind. Warum sein Großvater lieber Sudokus macht als in der Thora liest. Warum er auf seine Nase und seine Ohren stolz sein kann. Wie er die Weltherrschaft erlangt, auch wenn er kein Rothschild ist. Wie er es auf die Liste der 10 coolsten Juden der Welt schafft und wie er sich Leute charmant vom Leib hält, die mit Leuchten in den Augen sagen: Waas, du bist wirklich Jude?!

FAZ podcast: Über die Freude am Menschsein (54min) -
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Für ganz Viele in Deutschland ist Russland Putin und dann kommt vielleicht noch Kälte oder Wodka oder im besten Fall noch Dostojewski."

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