Dienstag,   29. Januar 2008


Rosel Zech
Anatol Regnier

und am Flügel:
Monika Sutil
 

Rosel Zech, Anatol Regnier und die Pianistin Monika Sutil präsentieren Bekanntes und Unbekanntes, Lustiges, Trauriges und Groteskes des unvergessenen und vielgeliebten Dichters.

Bericht im Münchner Merkur

Fotos



Fotos © Literarische Gesellschaft

Die Löcher sind die Hauptsache
an einem Sieb

Heiteres und Nachdenkliches
v
on
Joachim Ringelnatz
 

Foto © Margrit Jacobi

Foto ©  Ruth Kappus

 


Joachim Ringelnatz
(1883 – 1934) war Seemann, Soldat, Tabakhändler, Vortragsreisender und Lebenskünstler. Vor allem war er ein großer, stiller, skurriler, humorvoller, derber und trauriger Dichter, phantasievoller Maler und liebenswerter, ein "etwas schief ins Leben gebauter" Mensch. Seine Gedichte und Satiren haben den Zeitenwandel unbeschadet überstanden und erfreuen Leser und Hörer mit ihrem zeitlosen Witz und ihrer Hintergründigkeit unverändert. Der einzigartigen Dichtung von Joachim Ringelnatz  geben die Vortragenden mit ihrer großen Bühnenerfahrung den gebührenden Ausdruck.


Die Schauspielerin Rosel Zech z
ählt zu den besten und beliebtesten Schauspielerinnen in Deutschland. Von Peter Zadek entdeckt und gefördert, erhielt sie ihre ersten großen Filmrollen zuerst in "Lola", dann in "Die Sehnsucht der Veronika Voss" von R. W. Fassbinder. Als Charakterdarstellerin arbeitete sie an den großen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit vielen namhaften Regisseuren. Neben ihrer Theaterarbeit ist sie durch unzählige Fernsehauftritte einem breiten Publikum bekannt geworden, seit 2002 insbesondere als Oberin Elisabeth Reuter in der erfolgreichen Fernsehserie "Um Himmels Willen".

Der Schriftsteller, großartige Chansonnier und Konzertgitarris
t Anatol Regnier, Sohn des Schauspielers Charles  Regnier, Enkel des Dramatikers Franz Wedekind, hat zuletzt in der "Literarischen" im Oktober 2005 mit einem  Programm über Erika Manns "Pfeffermühlebegeistert, auch damals begleitet von der Pianistin Monika Sutil.
Davor im Februar 2004 hier mit seinem Buch "Du auf Deinem höchsten Dach", der Familienbiographie über Tilly Wedekind und ihre Töchter.

Anatol Regniers Musikpartnerin Monika Sutil hat etwas von Hanne Wieder: mit ihrer tiefen Stimme strahlt sie eine leise Melancholie aus, die Würde der Hoffnungslosigkeit: ein Duo, das in wechselnden Rollen den Ton, den Gestus der Zeit hervorragend trifft. (SZ, 28.10.05)
 

Joachim Ringelnatz

 
"Daß Onkel Ringelnatz bisweilen ein herzbetrunkenes Kind gewesen",
gesteht er den Kindern in seinem Kinder-Verwirr-Buch.

Geboren als Hans Bötticher in Wurzen bei Leipzig, gestorben am 17.11.1934  in Berlin,.
n
annte sich Joachim Ringelnatz, nach dem seemännischen Namen für das glückbringende Seepferdchen.
Zwischen 1910 und 1934 brachte er es auf fast 20 Bücher.
Mit dem derb humoristischen Seemann Kuttel Daddeldu hatte er eine neue Kunstfigur des Literarischen Kabaretts geschaffen.

Liebesgedicht

 


Anatol Regnier



Foto: Literarische

 Wikipedia - Interview - Hörprobe -

Die Ahnengalerie Leonard Anatol Regniers weist bekannte Namen auf: Sein Vater war der Schauspieler Charles Regnier. Sein bedeutendster Vorfahre, sein Großvater, war der vielseitige Dramatiker Frank Wedekind. Bereits während der Schulzeit kam Regnier in Kontakt mit den Liedern Wedekinds, Brechts, Mehrings, Kästners und Ringelnatz', zunächst als Begleiter seiner Mutter Pamela Wedekind. Später führten ihn eigene Konzertreisen - er ist ein Meister der klassischen Gitarre - durch Deutschland, England, die Schweiz und Israel. Für sein schriftstellerisches Werk wurde er mit dem Ernst-Hofrichter-Preis 2005 ausgezeichnet.

 
 


Rosel Zech



Foto: Ruth Kappus

Video Demo: In Liebe eine Eins - Tatort: Mörderspiele  - K3 - Kripo Hamburg  - Um Himmels Willen - Tatort: Veras Waffen

 Homepage - Agentur - Wikipedia - Prisma-Online - Internet Movie Database -
 
        Zech hatte unter der Regie von Fassbinder zunächst für „Lola“ und 1982 in seinem letzten Film „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ vor der Kamera gestanden
Foto: ARD
Serie: Um Himmels willen -
Neue TV-Serie für Herbst 2008 mit Rosel Zech: "Zum Schwarzwaldhof"
... und dann noch am 10.0208: Das Traumschiff - Kilimandscharo - Malediven - Indien
   
Um Himmels Willen» geht weiter (ddp) 6.1.08 ...  Für die Darsteller stehen ab 15. Januar indes bereits die nächsten Dreharbeiten und damit zugleich ein Novum an: «Es wird ein Winter-Special gedreht, ein 90-minütiger Film, der das Weihnachtsfest in Kaltenthal zeigt, mit Weihnachtsbaum im Kloster-Speisesaal und mit Schnee«, kündigte Schauspielerin Rosel Zech im ddp-Gespräch an. »Es sollen die Nonnen auch mal im Winter gezeigt werden, sonst erlebt man sie ja immer im Sommer», fügte sie hinzu.  Von Beginn an ist die renommierte Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin als Mutter Oberin Elisabeth Reuter in der Serie zu sehen. Mit dem großen Erfolg hätten sie anfangs alle nicht rechnen können, betonte Zech. «Wir dachten, wir machen ein paar Folgen, aber das hat niemand erwartet.» Immer wieder werde sie von den Zuschauerreaktionen positiv überrascht: «Wenn ich durch die Lande reise - mit welcher Liebe man da bedacht wird, obwohl die Oberin ja streng ist, das ist wirklich ganz außergewöhnlich«, berichtete sie..(.. .) Ihre Arbeitskleidung in der Rolle genießt Zech bei den Dreharbeiten: «Manchmal ist es ganz wunderbar, in das Ordenskleid zu verschwinden. Man braucht den Bauch nicht einzuziehen, man muss nichts für die Haare tun wegen des Schleiers, und die Maskenzeit ist kürzer.» Als Frau und Schauspielerin sei es danach aber auch wieder schön, «wenn man schick sein kann, mit schicken Haaren, tollem Make-up und einer ganz andere Rolle».

'Dann: schon wieder eine Beckmann-Frage von Herrn Meyer-Burckhardt: „Sie tauchen doch in die Rolle ein…?“ „Ich bin Schauspielerin“, sagt Frau Zech zementstaubtrocken. Gut gegeben.' aus dem Kölner Stadtanzeiger über die NDR-Talkshow vom 18.1.08

     
Monika Sutil

Monika Sutil, Pianistin und Komponistin hat auch jahrelange
Kabaretterfahrung.

Ja, Ihr Sohn ist der Formel-1-Rennfahrer
Adrian Sutil

Foto: Literarische

 

Ringelnatz.net - Gesammelte Gedichte - textlog.de - Kostenloses Hörbuch - Gesprochene Deutsche Lyrik: Ringelnatz - Gedichte vom Sternengucker - Joachim Ringelnatz-Verein - Ringelnatz-Stiftung - Stimmen zu Joachim Ringelnatz: Hesse, Kästner, Rühmkorf, Tucholsky u.a. beim Diogenes Verlag - Wikipedia -

Nachdem sich Hans Bötticher mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten wie Schaufensterdekorateur, Buchhalter, Hausbibliothekar und Fremdenführer über Wasser hielt, kam er 1909 nach München. Dort entdeckte Ringelnatz das Künstlerlokal „Simpl“ (Simplicissimus), wo sich die Boheme der Zeit traf: Frank Wedekind, Klabund, Hermann Hesse, Erich Mühsam und andere. Hier begann seine literarische Karriere. Er stieg zum Hausdichter des „Simpl“ auf und trug allabendlich seine Verse vor. Zur gleichen Zeit eröffnete Ringelnatz in der Schellingstraße das „Tabackhaus: Zum Hausdichter“. Das Schaufenster des kleinen Ladens wurde mit einem menschlichen Gerippe dekoriert, welches „zwischen Zigarrenkisten und Zigarettenschachteln herumwühlte“. Das Reklameschild warb mit „Damen und Herren werden auf Wunsch gegen Bezahlung angedichtet ... Es grüßt der Hausdichter!“. Die so verschreckten Kunden ließen den Laden bereits nach einem Jahr in Konkurs gehen. In verschiedenen Zeitschriften veröffentlichte Hans Bötticher unter den Pseudonymen Pinko, Pinko Meyer und Fritz Dörry erste Gedichte und Novellen.


 

"Ringelnatz kommt von außerhalb, bleibt außerhalb und er wird geliebt von Menschen, die allenfalls über Umwege zur Lyrik gelangt sind. Umwege wie die Seefahrt, die Jahrmarkt-Klopperei, die Fabel-Zoologie, das Kinderspiel. Was zuvor nicht einmal geistfähig war, bei Ringelnatz wird es poetisch. Bei ihm dichtet der Überschwang, der Kleinmut, die Alberei, die niedliche Seele, der Kraftprotz. Erhaben ist er nie. Wird er weise, wählt er die Kinderstimme, wird er sentimental, schickt er eine Grimasse hinterher." Roger Willemsen

Die Nazis verbrannten seine Bilder, setzten seine Bücher auf die schwarze Liste, und per Verfügung vom 12. April 1933 wurde das „geplante Auftreten des Schriftstellers Joachim Ringelnatz in der Künstlerkneipe Simplizissimus zum Schutze von Volk und Staat" von der bayerischen Polizei untersagt. Um leben zu können, machte er seifenblasenbunte Reklame-Verse: „Es wechseln die Moden, aber der Hosenboden bleibt sinngemäß immer unterm Gesäß.”
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Quelle -

Am 17. November 1934 starb Ringelnatz.
Bei der Beerdigung spielte die Orgel sein Lieblingslied: La Paloma.

"..Beschütze mich in aller Not,
Mach meine Eltern noch nicht tot
Und schenk der Oma Zähne
."


Muschelkalk hieß die Frau des Ringelnatz.