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Dienstag, 11. Oktober 2005, |
"Immer indirekt"
"Wir haben alles gemacht mit Märchen, Parabeln und Gleichnissen aller Art –
wir haben nie einen Namen genannt, nie ein Land genannt, wir waren indirekt,
völlig eindeutig für unser Publikum" |
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Anatol Regnier
und
Monika Sutil
präsentieren
Erika Manns
Kabarett "Die Pfeffermühle"
mit original Chansontexten

Fotos
Münchner Merkur |
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Ende 1932 gründete Erika Mann zusammen
mit ihrem Bruder Klaus, Therese Giehse und dem Pianisten
Magnus Henning das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“.
Fast alle Texte verfasste Erika Mann selbst und sie
versuchte zusammen mit ihren Mitstreitern vor der
drohenden Gefahr der Nazi Herrschaft zu warnen. Schon
1933 musste die Gruppe aus Deutschland fliehen und trat
in 7 Ländern auf, zuletzt in den USA. 1.034 Mal standen
sie auf der Bühne und griffen mit ihren spritzigen und
geistreichen Chansons die brutalen Machthaber in Berlin
an.
Anatol Regnier, der Erika Mann noch
persönlich kennen lernen konnte, hat zusammen mit Monika Sutil ein beeindruckendes Programm erarbeitet, das die
ganze Spannweite dieses Exil- Kabaretts wieder lebendig
werden lässt. Dank der hohen künstlerischen Qualität der
Vortragenden wird größtmögliche Authentizität erreicht,
die keinen Zuhörer unberührt lässt. |

“Warum sind wir so kalt?"
Zum 100. Geburtstag
von Erika Mann
am 9. November |
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Der Gitarrist und Schriftsteller (Leonard) Anatol
Regnier war letztmals im Februar 2004 bei der Literarischen
Gesellschaft Gräfelfing.
Damals
war das Thema sein Buch "Du auf Deinem höchsten Dach", der
Familienbiographie über Tilly Wedekind und ihre Töchter.
1945 wurde er als zweites Kind von Pamela Wedekind und Charles Regnier
geboren, Bevor er zu Schreiben begann, hatte er eine Karriere als
Musiker eingeschlagen. Er war lange Zeit Dozent für Gitarre am
Konservatorium in München. 1985 ging er mit seiner Frau, der
israelischen Sängerin Nehama Hendel
(1936-1998) und seinen beiden Kindern nach
Australien. Heute lebt er wieder in München. Anatol Regnier erhielt den
Ernst Hoferichter Preis 2005.
anatol
regnier bei random house
Monika Sutil war mit ihrer Klavierklasse der
Musikschule Schondorf bereits mehrfach gern gehörter Gast im Bürgerhaus Gräfelfing.
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© by Rowohlt-Archiv

Erika und Klaus Mann (1927)

© by Rowohlt-Archiv |

„Jetzt wollen wir was Hübsches singen“
Neunundzwanzig Tage vor Hitlers Ernennung zum
Reichskanzler gründet
Erika Mann
am 1. Januar 1933 zusammen mit dem Bruder
Klaus und
der bereits arrivierten
Therese
Giehse das politisch-literarische Kabarett Die Pfeffermühle
in München,
dessen Texte Erika zu einem Großteil selber verfasst.
Erika Mann ist
auch
Conférencière,
Organisatorin und publizistische Verteidigerin. > Während der Aufführung fallen keine
Namen von Personen, Städten und Ländern: die Künstler spielen Parabeln,
Märchen und Gleichnisse, um auf die politischen Zustände im
nationalsozialistischen Deutschland aufmerksam zu machen.
Mit den politisch umgedichteten Märchen der Brüder Grimm, mit bissigen
Chansons, Sketchen und
Grotesktänzen macht man Front gegen Arbeitslosigkeit, Indifferenz,
Dummheit und Brutalität. Nur wenige
Wochen später wird der Spielbetrieb eingestellt.
Das Ensemble emigriert in die Schweiz. An
das höchst erfolgreiche Gastspiel in Zürich schließt Erika Mann eine
Europa-Tournee an.
Die Pfeffermühle
wird mit
über tausend meist ausverkauften Vorstellungen in fünf europäischen
Ländern ein riesiger Erfolg.
Im November werden die Vorstellungen in Zürich massiv durch die
nazistische
Schweizer Front
gestört.
Erika verlagert ihre Aktivitäten nach Amsterdam.
1936 geht Erika Mann mit dem "Pfeffermühle"-Ensemble
ins Exil nach New York..
Dort löst
sich 1937 jedoch das Ensemble mangels Erfolg auf. |

Erika Mann
geboren: 09.11.1905
gestorben: 27.08.1969

Therese Giese
geboren: 06.03.1898
gestorben: 03.03.1975

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