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Anders als bei dem Gemälde "Die Windsbraut"
beginnt Kokoschka 1919 in Dresden flächiger zu malen. Man kann dieses Werk
durchaus als Übergang von seinem Frühwerk in die Dresdener Jahre bezeichnen.
"Frau in Blau" ist eines der ersten Bilder aus der Serie der ironischen
Auseinandersetzung mit Alma Mahler und der Fetischpuppe. Man könnte diese
Zeit als eine Art der Therapie sehen, in der sich Kokoschka durch die
Fetischpuppe mit der gescheiterten Beziehung auseinandersetzt.
Das Interessante an diesem Bild
ist, dass es nach der Fetischpuppe gemalt wurde. Ein
Freund von ihm erinnert sich, dass er Kokoschka bei den Arbeiten zu diesem
Bild einmal besuchte und bei dieser Gelegenheit die lebensgroße Puppe in
einen blauen Mantel gehüllt auf dem Sofa lag. Da das Bildnis Alma Mahlers
eher grob, spontan und ... ungenauer scheint, ist es um so
verwunderlicher, dass Kokoschka zu diesem Bild mehr als 100 Entwürfe
fertigte. Obwohl er auch hier dunkle Farben verwendet, sind sie von
intensiverem Charakter als bei der "Windsbraut". Diese leuchtenden und
flächig aufgetragenen Farben geben dem Bild auch die nötige Räumlichkeit -
Quelle |
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Diese lebensgroße
Aktskizze von Alma Mahler wurde von Kokoschka als Vorlage für
die Puppe für Hermine Moos angefertigt. Die wichtigsten körperlichen
Merkmale von Alma wurden besonders hervorgehoben und die
Fettablagerungen durch weiße Flecken naturgetreu abgebildet. Aber
durch den Verwendungszweck bleibt dem bis vor kurzem verschollenen
Werk ein Sonderplatz in Kokoschkas gesamten Schaffen eingeräumt.
Denn das Bild war ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit gedacht,
sondern ausschließlich für Hermine Moos. In dem Begleitbrief schrieb
er folgende Gebrauchsanweisung für die Puppenmacherin:
"Sehr neugierig
bin ich auf die Wattierung, auf meiner Zeichnung habe ich die mir
wichtigen Flächen, entstehenden Gruben, Falten etwas schematisch
angedeutet, durch die Haut - auf deren Erfindung und stofflichen,
dem Charakter der Körperpartien entsprechenden, verschiedenen
Ausdruck ich wirklich höchst gespannt bin - wird alles reicher,
zärtlicher, menschlicher werden?" |
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Obwohl im unverkennbaren
Stil Kokoschkas geschaffen, ist es eine Gedächtnisskizze von Alma, die eine
Wunschvorstellung von ihr ist. Und zwar wird sie hier, als "geläuterte
Sünderin in vollem Fleisch" mit den Händen zum Gebet erhoben, gezeigt.
Sünderin deswegen, weil sie in den Augen Kokoschkas eine nicht wieder
gutzumachende Tat begangen hat. Sie ließ ihr gemeinsames Kind abtreiben,
ohne vorher Kokoschka um Erlaubnis gefragt zu haben, die er ihr niemals
gegeben hätte. - Quelle |